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Im Frühjahr 2000 entdeckte ein Scheizer während seines Urlaubs in Andalusien eine wunderschönen, hochveranlagten 6-jährigen P.R.E.-Hengst mit bester Abstammung. Er war so begeistert, daß er dieses Traumpferd kaufte. Der Ausbildungsstand sowie die Eignung für die Hohe Schule waren herausragend. Nachdem er das Pferd gekauft hatte, nahm der neue Besitzer ‚Senador‘ mit zu sich in die Schweiz. Dort brachte er ihn in einem renommierten Reitstall in der Umgebung von Genf unter. Zusätzlich beauftragte er einen professionellen Ausbilder mit dem Beritt des Pferdes um sein Talent weiter zu fördern.
Leider entwickelte sich nicht alles so, wie es sein sollte. Der Hengst lebte sich nur schlecht ein und zeigte sich bei der Arbeit sehr nervös und irgendwie unwillig. Aus diesem Grund suchte der Besitzer nach neuen Reitern, die entsprechende Kenntnisse mit der Ausbildung von spanischen Pferden hatten. Ca. 6 Monate lang besuchte er dabei eine Vielzahl von Ausbildungsställen. Er erhielt die unterschiedlichsten Ratschläge, die bei der Fütterung anfingen und bei der ‚Bearbeitung‘ des Pferdes aufhörten. Senador selbst baute während dieser Zeit in jeder Hinsicht ab.
Nach diesem halben Jahr lernte der Besitzer in der Nähe von Lausanne eine junge Frau kennen, die eine begeisterte Anhängerin der barocken Reitkunst war. Sie war zwar kein Profi-Ausbilder, hatte aber mit ihrem eigenen Pferd, das sie selbst ausgebildet hatte, sehr gute Kenntnisse in Bezug auf die Arbeit und Ausbildung von Pferden erworben. Die junge Dame erklärte sich bereit, mit Senador zu arbeiten und kam mit ihm sofort gut zurecht. In sehr kurzer Zeit erinnerte sich der Hengst wieder an die bereits in Spanien gelernten Lektionen und ging wieder Seitengänge sowie Piaffe und Passage. Bei einem Reitunfall verletzte sich die Reiterin dann leider am Knie und konnte für einen längeren Zeitraum nicht mehr reiten.
Zu diesem Zeitpunkt interessierte sich der Direktor eines bekannten Schweizer Zirkus für Senador und wollte ihn aufgrund seines Exterieurs und der bereits erlernten Lektionen noch vor der jährlichen Tournee kaufen. Da der Mann aber gerade sehr beschäftigt war und vielen Verpflichtungen nachkommen mußte, sollte der Kauf erst drei bis vier Wochen später stattfinden. Der Besitzer von Senador wollte den Hengst keinesfalls aus dem Training nehmen und mußte nach einer Alternative suchen. Es tat ihm sehr leid, daß die junge Reiterin einen Unfall hatte und jetzt für längere Zeit ausfiel. Sie hatte sich mit dem Pferd sehr gut verstanden und in der Ausbildung schon einige Fortschritte gemacht.
Der Besitzer brachte Senador deswegen in einen Reitstall nach Bayern, in dem es vorwiegend andalusische Pferde gab. Wegen seinem wunderschönen Aussehen und seinem Charakter wurde Senador dort schon bald eine Art ‚Lieblingspferd‘. Leider verstand es auch in diesem Reitstall niemand sich auf das Wesen dieses Hengstes einzustellen und mit seiner Sensibilität klarzukommen. In den Monaten, in denen Senador in diesem Stall war, schien wieder sehr viel verloren, was er noch kurz zuvor ohne Mühe an Lektionen gezeigt hatte. Er wurde wieder nervöser und die Verständigung mit ihm wurde wieder schwieriger.
Schließlich stellte der Besitzer den Hengst an einem großen Pferdefest in Deutschland vor und erhoffte sich hier den Reiter für Senador zu finden, der das entsprechende Einfühlungsvermögen haben würde und sich mit ihm verstehen würde. Aber auch diesmal wurde er nur enttäuscht.
Schließlich lernte er eine junge Frau kennen, die sich schon seit mehreren Jahren mit der Ausbildung von Barockpferden und der klassischen Reitkunst intensiv beschäftigt. Der Besitzer konnte Senador zu ihr in den privaten Reitstall bringen. Jutta Wiesner, bei der sich der Hengst auch heute noch befindet, kam sehr schnell mit dem sensiblen Charakter des Pferdes zurecht und konnte in relativ kurzer Zeit die Ausbildung wieder fundiert fortsetzen. Heute läßt sich Senador auch problemlos von anderen Reitern reiten, hat großen Spaß an der Arbeit und erweist sich als absolutes Traumpferd. Ob in der täglichen Arbeit, im Gelände oder bei Vorführungen, er zeigt sich ausgeglichen und immer von seiner besten Seite.