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World Equestrian Games (WEG)

 

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Das Rennen gegen die Zeit läuft - 2002
 
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Das Rennen gegen die Zeit läuft
Der erste Wettkampf der World Equestrian Games (WEG) im andalusischen Jerez de la Frontera hat bereits begonnen: Jener gegen die Zeit. Denn bevor am 10. September die grössten Reiterspiele aller Zeiten für insgesamt sieben Disziplinen eröffnet werden, gibt es unter der Sonne Spaniens noch jede Menge zu erledigen. Die PferdeWoche hat sich vor Ort ein Bild über den Stand der Dinge gemacht.

Ohrenbetäubende Presslufthammer, jede Menge Staub und Riesenbagger die zerbrochene Betonplatten wegschleppen: Das Olympiastadium Chapin, drei Kilometer östlich von Stadtzentrum von Jerez de la Frontera entfernt, ist zur Zeit eine einzige Grossbaustelle.

"Ein Streik und wir sind erledigt"
Francisco Canero Cuadrado schwitzt unter seinem weissen Bauhelm. Nicht nur weil die Sonne heiss vom andalusischen Himmel brennt, sondern weil sich der Verantwortliche für die Infrastrukturen der WEG wieder einmal bewusst wird, was es bis Anfang September noch alles zu erledigen gibt. "Ein Streik - und wir sind erledigt", stöhnt er.
Noch deutet nichts auf dieser 60 Hektaren grossen Baustelle darauf hin, dass hier in einem knappen Dreivierteljahr die besten Pferde der Welt um WM-Titel und Medaillen kämpfen.

Arbeit in zwei Schichten
Unter der Erde sind jedoch die notwendigen Arbeiten bereits erledigt, Drainagen eingebaut und Leitungen verlegt. Und an den Bauten über der Erde wird zur Zeit im Zwei-Schichtbetrieb geschuftet. Vom ehemaligen Fussballstadium ist nicht viel mehr als ein Skelett aus Armierungseisen übrig, die Tage der blassrot-ausgebleichte Tartanbahn sind gezählt. Nach dem Umbau, welcher im Juni des letzten Jahres verspätet begonnen hat, steht hier Chapin I, die Hauptarena der Spiele.
25'000 Zuschauer finden Platz auf den Sitzen, welche noch gar nicht erstellt sind, aber schon seit Aachen verkauft werden. In diesem offenen Hauptstadium werden die Eröffnungs- und die Schlusszeremonie sowie die Spring- und Dressurwettbewerbe ausgetragen. Gedeckte Tribünen - wohl eher zum Schutz vor der Sonne als vor dem seltenen Regen - befinden sich ebenfalls im Bau.
Unmittelbar dahinter entsteht - auch auf einem ehemaligen Fussballplatz - das Nebenstadium Chapin II. Auf den temporär erstellten Tribünen werden 8000 Personen Platz finden, um sich Dressur und Springen der Vielseitigkeit sowie das die Dressur und den Hinderniskurs der Fahrer anzusehen.

Neuer gedeckter Sportpalast
Für Voltige und Reining, welches als siebte Disziplin erstmals an Weltreiterspielen vertreten ist, wird zur Zeit Chapin III, ein neuer gedeckter Sportpalast für 6000 Zuschauer, aus dem Boden gestampft. Die Fertigstellung ist für März geplant. "Diese Baustelle ist mein persönlicher Stolz, denn hier entsteht eine der modernsten Sporthallen Europas", erklärt Francisco Canero Cuadrado. Sorgen bereitet ihm allerdings der Boden. Dieser muss nach den Voltige-Wettbewerben in der ersten Woche ausgetauscht werden, weil das Reining völlig andere Anforderungen an den Belag stellt. "Noch suchen wir zusammen mit Spezialisten nach der besten Lösung", sagt Cuadrado.
Neben diesen drei Arenen sind bereits grosse Sandvierecke mit einer Gesamtfläche von über 30'000 Quadratmetern als Trainings- und Aufwärmarenen fertiggestellt. Hier wurde Ende September 2001 auch die Dressur des Test-CCI** durchgeführt. Um die grosszügigen Vierecke und Paddocks führt eine Galoppstrecke, welcher später dem Turfclub Jerez als Rennbahn dienen wird.
Auf der gegenüberliegenden Seite, in der gepflegten Anlage des ehemaligen Tennisclubs befindet sich das Grooms-Village, wo den Pferdepflegern neben dem Clubhaus auch ein eigener Swimmingpool zur Verfügung steht. Dafür müssen die Grooms zu den Ställen quer über das Gelände laufen.

Platz für 800 Pferde
Die Boxen befinden sich zwischen dem Nebenstadium Chapin II und Chapin III. Ein permanentes Stallgebäude im andalusischen Stil wurde bereits vor einem Jahr fertiggestellt. 100 Pferde finden in den grossen, hellen Boxen Platz. Zur Zeit wird das Gebäude von rund 20 Polizei, Schul- und Privatpferden "bewohnt". Daneben werden in Chapin und im zweiten Austragungsort Garrapilos temporäre Stallungen für weitere 700 Pferde aufgebaut.
Noch wird über deren Belegung heftig diskutiert. Der Plan der Organisatoren, die Pferde nicht wie üblich nach Nationen, sondern nach Disziplinen einzustellen, stösst auf den Widerstand der Equipenchefs. Unglücklich ist die Lösung auch für die Fahr- und die Vielseitigkeitspferde, welche zwischen den 17 Kilometer auseinander liegenden Austragungsorten Chapin und Garrapilos "pendeln" müssen. Die Endurancepferde sind die einzigen, welche ausschliesslich auf dem Gelände des Militärgestüts Garrapilos eingestallt sind. Ihre 160 km lange Wettkampf-Strecke führt durch eine schöne, aber trockene Sierra-Landschaft mit sanften Hügeln.

Garrapilos ist bereit
Neue Gebäude mussten in Garrapilos nicht erstellt werden. Der administrative Bereich, Verpflegung, oder das Pressezenter sind in Zelten oder mobilen Containern untergebracht. Der Bau der Geländestrecke für die Vielseitigkeitsreiter und die Viererzug-Fahrer ist rechtzeitig auf die beiden Test-Events im September 2001 fertig geworden. Fast zwei Jahre lang hatte sich der britische Coursedesigner Mike Tucker mit dem Weltmeisterschaftskurs befasst, hat die Strecke geplant und Hindernisse entworfen. Die beiden ziemlich nahe beieinander liegenden Wasserkomplexe wurden neu erstellt. Sie sind so angelegt, dass sie sowohl für die Vielseitigkeit als wie auch für den Fahrmarathon genutzt werden können. Zur Speisung der Teiche wurden 5000 Meter Bewässerungsleitungen verlegt. Sie verlaufen zum Teil oberirdisch und zaubern damit ein kleines Bächlein in die trockene Landschaft. Beim Entwurf der Strecke arbeitete Mike Tucker Hand in Hand mit dem Holländer Arjan Brink, welcher für die Fahrstrecke verantwortlich ist.
Im vergangenen Juni war das erste Gras auf dem Steeple und der Crossstrecke angesät worden. Damit das zarte Grün im heissen andalusischen Sommer nicht verdorrt, wurde die Strecke mit Sprinkleranlagen und vielen Tausend Litern Wasser aus einem nahem Fluss feucht gehalten.

Von Hitze über Regen alles möglich
Die grosse Hitze war dann auch ein Problem bei den Fahrern und ihren Pferden, welche ihren Probelauf Mitte September vor rund 3000 Zuschauern absolvierten. Die knochentrockene Strecke mit ihren sechs Hindernissen wies stellenweise einige sandige oder erdige Abschnitte auf, so dass bei den Vierspännern die hinteren Pferde den Staub einatmen mussten, welchen die vorderen Tiere aufwirbelten.
Eine Sorge, welche die Vielseitigkeitsreiter zwei Wochen später am Test-CCI** nicht teilten: Am Tag der Geländeprüfung regnete es ununterbrochen in Strömen. Das war ein kleiner Schock für die wetterverwöhnten Spanier. "Die Statistik der letzen 60 Jahre zeigt für den Monat September einen Niederschlagsdurchschnitt von weniger als einem halben Liter pro Quadratmeter an, aber das Wetter hier in Andalusien kann von einem Tag auf den anderen wechseln", sagte WEG-Generalmanager Antonio Ortiz Rufino. Ein Trost bleibt dem Organisator: Noch schlechter kann das Wetter während den WEG kaum sein und bei der Feuerprobe haben sich Strecke und Austragungsort abgesehen von einigen "Kinderkrankheiten" bewährt. Die Reiter waren überrascht wie gut der Boden trotz dem starken Regen hielt und keiner kam mit Zeitfehlern ins Ziel.

Helander ist zufrieden
Bo Helander, Generalsekretär der FEI, äusserte sich ebenfalls zufrieden: "Als ich vor ein paar Monaten hier war, habe ich mir echte Sorgen um die Bodenverhältnisse in Garrapilos gemacht. Aber die Organisatoren haben in der Zwischenzeit einen guten Job gemacht und ich bin sehr zuversichtlich für die Reiterspiele im nächsten Jahr."
Antonio Ortiz Rufino will sich jedoch nicht auf diesen Vorschusslorbeeren ausruhen: "Bis im nächsten September gibt es noch eine ganze Menge zu tun. Ich habe alleine an den beiden Testevents ein ganzes Notizheft mit Verbesserungsideen gefüllt."
Nun muss ihm nur noch die Zeit bleiben, um sie alle umzusetzen.

(Nido)


Weitere Informationen und Ticketbestellung:

WEG Jerez 2002
Organizing Committee
Complejo Deportivo Chapin
Avenida del Polo s/n
11405 Jerez de la Frontera, Spanien
Telefon +34 956 32 67 39, Fax +43 956 32 67 44

Internet: http://www.jerez2002weg.com
Tickets können Online unter der Angabe der Kreditkartennummer bestellt werden
Email für allgemeine Anfragen: info@jerez2002weg.com
Email für Ticketbestellungen: ticketing@jerez2002weg.com

   

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